LITERATUR

Ron Robert Ranke hat keinen Plan, aber ein altes Foto aus der Küchenschublade, das ihm helfen soll, seinen Vater zu suchen. Seine Mitschülerin Clara ist geheimnisvoll, schweigsam und sitzt seit einem Jahr im Rollstuhl. Ron Robert lebt in einer Hochhaussiedlung am Rand von Frankfurt/Oder, Clara kommt aus einer wohlhabenden Familie. Was sie zusammenbringt, ist ein geliehenes weißes Cabriolet, mit dem sie an Ron Roberts 15. Geburtstag zur Wahl der Oderbruchkönigin in ein gottverlassenes Dorf an der polnischen Grenze fahren.

Die Autorinnen Claudia Kühn und Ada Badey schildern eine Reise ans Ende der Welt, das in diesem Roman im Oderbruch liegt. Stilsicher, witzig und zugleich mit großem Ernst lotsen sie ihre Figuren durch die kleinen und großen Katastrophen dieses Roadmovies, durch Beinahe-Unfälle und Prügeleien mit angejahrten Dorf-Casanovas, durch Exzesse und Momente der Stille.

Kann das gut gehen? »Hier sitzen wir beide, da sind unsere Hände, übereinander«, sagt Ron Robert, der Erzähler, einmal in einer Atempause: »Und draußen, die Schneeflocken, die Straße, die Nacht. Da draußen ist die Welt, die andere. Unsere Welt ist hier.« Es geht gut, in jeder Hinsicht, in diesem rasanten, gegenwartstrunkenen und überraschend zärtlichen Jugendroman.